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Baumpflanzungen

Im Gemeindewald Notzingen bei der Pflanzung: Jonas Stanko (links) und Alexander Blessig von der Firma Geistdörfer

 Pflanzungen sind im Forstamt Esslingen und ganz allgemein in den Wäldern unserer Region eher die Ausnahme. Die überwiegende Mehrzahl der Forstbetriebe und nahezu alle unsere Gemeindewälder sind sogenannte Naturverjüngungsbetriebe. Im Zuge dieser seit langem praktizierten naturnahen Waldwirtschaft versuchen wir wo immer möglich, das zu nutzen, was die Natur von selbst bietet, wenn die Samen unter den Mutterbäumen aufgehen. Gelegentlich ist das aber nicht möglich, weil zum Beispiel keine entsprechenden Samenbäume in der Nähe sind oder ein Baumartenwechsel notwendig wird, weil sich aufgrund eines Sturmes oder sonstigen Katastrophenereignisses eine Kahlfläche ergibt, die recht schnell wieder mit Bäumen bestockt werden sollte. Erst dann wird gepflanzt. Wenn wir pflanzen, dann natürlich in erster Linie mit Baumarten, die für den konkreten Standort geeignet und zusätzlich relativ klimastabil sind.

Es handelt es sich bei unseren Pflanzflächen also in aller Regel um Standorte, die vom Sturm oder durch Borkenkäfer geschädigt wurden, die – wo nötig – sinnvollerweise schnell durch eine Pflanzung wiederbewaldet werden sollten. Bei der aktuellen Fläche in Notzingen handelt es sich ganz konkret um einen ehemaligen Fichtenforst, der aufgrund einer Borkenkäferkalamität vorzeitig ausgefallen ist. Die Fichte war auf diesem Standort (sogenannter Feinlehm) nur bedingt geeignet, da sie flach wurzelt und deshalb bei Stürmen wenig standfest und bei Trockenheit sehr wenig widerstandsfähig (z.B. gegenüber Borkenkäfern) ist. Die konkrete Fläche wird jetzt mit rund 400 Buchen, 400 Weißtannen, 400 Douglasien, 100 Erlen, 100 Tulpenbäumen, 100 Linden und 50 Roterlen bepflanzt. Unser Ziel ist es hier, einen Mischwald mit möglichst vielen tiefwurzelnden, wärmeliebenden und trockenheitstoleranten Baumarten aufzubauen, um den Wald der Zukunft möglichst widerstandsfähig, auch gegen Wetterkapriolen, zu machen. Neben der Risikostreustreuung mittels der Baumartenvielfalt ist es dem Waldbesitzer auch wichtig, einen angemessenen Nadelholzanteil im Gesamtwald zu erhalten, um neben dem Aspekt der Biodiversität auch ein gewisses Angebot an attraktiven, marktrelevanten Holzarten vorzuhalten.

Alle Pflanzen werden bei uns nur durch Profis, d.h. entsprechende Firmen oder ausgebildete Forstwirte, gesetzt, so die kleinen Pflänzchen optimale Startbedingungen haben. So wird ein hoher Anwuchserfolg garantiert und Wurzeldeformationen lassen sich weitgehend vermeiden. Nach der Pflanzung gilt es darüber hinaus, die Jungpflanzen bis zum Erreichen der Jugendphase intensiv zu schützen. Dazu werden zum einen in den ersten Jahren Mäh- bzw. Freistellungsabeiten gegenüber der „schädlichen“ Begleitvegetation (z.B. Brombeeren) notwendig und zum anderen muss
Wichtig ist es noch darauf hinzuweisen, dass die Pflanzung von Bäumen auch eines der effektivsten Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel darstellt. Bäume nehmen kontinuierlich beim Wachstum CO<sub>2</sub> auf und binden dieses, so dass der CO<sub>2</sub>-Gehalt in der Atmosphäre sinkt und die Klimaerwärmung gebremst wird. Dies unterstrich u.a. eine viel beachtetet Studie der Technischen Hochschule Zürich aus dem letzten Jahr (siehe beispielsweise https://ethz.ch/content/dam/ethz/main/news/eth-news/medienmitteilungen/2019/pdf/190704-crowther-lab/190702_MM_Wo_Aufforstung_m%C3%B6glich_ist.pdf).

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